LVZ 05. April 2005
2,5Millionen für Hafen in Lindenau gestrichen
Regierungspräsidium wiederruft Fördermittelzusage
Neuer Rückschlag für die Umgestaltung des Lindenauer Hafens: Das Regierungspräsidium hat einen Fördermittelbescheid über 2,5 Millionen Euro widerrufen. Nur wenn die Stadtverwaltung die Pläne deutlich abspeckt, sei eine Finanzspritze denkbar, heißt es in der Behörde.
Die Absage sorgt in der Stadtverwaltung für erheblichen Wirbel. Die Kommune wollte ursprünglich auf dem Hafenareal für 20 Millionen Euro ein „Modelprojekt für eine Stadt im 21. Jahrhundert“ aus dem Boden stampfen (die LVZ berichtete). Die stadteigene Firma LESG wurde dafür mit vorbereitenden Arbeiten betraut und hat inzwischen Leistungen für rund 900.000 Euro erbracht. Ob diese Rechnungen jemals mit Fördermitteln beglichen werden können, ist seit dem Widerruf des Regierungspräsidiums offen.
Planungschef Engelbert Lütke Daldrup hat deshalb einen neune Versuch gestartet, um dem PR des Projekt schmackhaft zu machen. Er ließ das Konzept für den Hafen überarbeitet und leitete es drei Fachausschüssen des Stadtrates zu. Der Tenor des geheimes Papiers: Das Vorhaben wird deutlich abgespeckt.
Statt eine „Wasserstadt“ zu errichten, wird jetzt nur noch von einer „funktionalen Neuorientierung“ des Geländes gesprochen. „Die Nutzungsausrichtungen könnte sich vom hochwertigen Wohnen über „saubere“, technologierorientierte, gewerblich-industrielle Nutzungen bis hin zu tourismus- und freizeitbezogenen Funktionen erstrecken“, heißt es in der Vorlage. Etwa „5 bis 15 Jahre“ würden benötigt, um die Fläche dafür herzurichten. Außerdem will der Beigeordnete auf Einkaufstour gehen. Für nsgesamt 1,7 Millionen Euro aus dem Stadtsäckel sollen im Hafen drei Flurstücke mit 28.227 Quadratmeter Gesamtfläche erworben und so die eigenen Flächen abgerundet werden. Weitere 138.000 Euro will Lüdke Daldrup für so genannte Grunderwerbsnebenkosten ausgeben – vorausgesetzt, dass Regierungspräsidium steuert Fördermittel in doppelter Höhe bei. Sollten die Stadträte in den Ausschüssen grünes Licht geben, will der Planungschef das neue Konzept als Fördermittel-Antrag einreichen.
„Das Papier ist schon avisiert und wird von uns sehr genau geprüft“, kündigt Stefan Barton vom RP an. Der ursprüngliche Entwicklungsansatz sei auf keinen Fall vertretbar. „Es steht nun mal definitiv fest, dass am Lindenauer Hafen kein Olympisches Dorf benötigt wird“, so der Behördensprecher. „Warum also wir die Umgestaltung eines so großen Areals fördern?“ Vertretbar sei dies nur, wenn das neue Projekt die üblichen Kriterien für die Gewährung von Städtebau- Fördermitteln erfüllt. Und das werde sich zeigen.