Wasser-Stadt-Leipzig e.V.

Förderverein für den Durchstich des Karl-Heine-Kanals an den Elster-Saale-Kanal [wasser-stadt-leipzig.de]


LVZ 18. April 2005



Auf Tauchgang im Kanal – Verein ruft zur Gewässerreinigung auf

Zupacken war am Sonnabend gefragt: Zum fünften Mal hatte der Verein Wasser-Stadt-Leipzig vor Beginn der Bootssaison zur Gewässer-Entrümpelungsaktion aufgerufen. Doppelt so viele Partner wie im Vorjahr – rund 130 Helfer- beteiligten sich an der Säuberung von Karl-Heine-Kanal und Weißer Elster. Jede Menge altes Zeug wurde vom schlammigen Grund gefischt.

Die April-Sonne gibt ihr Bestes, als sich das Quartett von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) – Thomas Naumann, Sven Mielke, Sven Schöbel und Doreen Prigan – ins Schlauchboots schwingt. Nur wenige hundert Meter entfernt, an einem Steg unweit der Helmholtzschule, beginnt die Suche nach heimlich entsorgtem Müll im Kanal. Ein in Vorjahr gestohlenes Boot der Schule könnte dort versenkt sein, auch eines vom Bootsverleih Herold. „Wir nehmen alles, was kommt“ meint Neumann und lässt sich ins trübe Nass gleiten. Ohne etwas sehen zu können, tasten sic die beiden Taucher durchs Wasser, stoßen schon bald auf Widerstand. Irgendetwas Schweres scheint regelrecht am Boden zu kleben: Ein Seil wird befestigt und das Ganze schließlich mühsam mit weiteren Helfern herausgezogen. Es ist ein alter vierrädriger Wagen, ein Relikt aus längst vergangenen Fabrikzeiten. Wenig später wird es unappetitlich. Mehrere Aschekübel und eine Mülltonne verbreiten auch unter Wasser noch ihren ganz eigenen Gestank. „ Die Tonne habe ich im Winter auf den Eis gesehen“, erinnert sich Inge Schibille, die mit ihrem Mann Dieter und den Engeln Niclas (9) und Marc (3) am Ufer unterwegs ist. Die Oma muss an diesem Tag wenig laufen, aber dem Jüngsten viel erklären. Er hält den Taucher im schwarzen Anzug für einen bösen Mann...

Nach einer Stunde sind die Sauerstoffflaschen leer. Der Steg gleicht inzwischen einem Sperrmüllplatz, garniert mit schwarzem Schlamm. „Sauerei was hier entsorgt wird“, sagt Andras Krauße, der beim Stapeln des Mülls hilft.
Auch andere haben gut zu tun. 40 Männer der Anglervereinigung Leipzig ´95 säubert Wege und Ufer, ebenso zehn Blau-Gelbe Engel. Die Flussmeisterei hat Leute abgestellt, die Feuerwehr, die Tauchschule Kampski und auch Anwohner machen mit.

Der Verein Herold stellte Boote zur Verfügung. „Wir hätten noch mindestens eine Woche zu tun“, resümierte Jeannette Auspurg Geschäftsstellenleiterin des Vereins Wasser-Stadt-Leipzig.

Waschmaschine und Filmprojektor

Auch wenn die beiden vermissten Boote nicht gefunden wurde, die Müll-Ausbeute war staatlich. Die vier von der Stadtreinigung zur Verfügung gestellten Container mit einem Fassungsvermögen von jeweils sieben Kubikmetern reichten nicht aus. Noch zwei Behälter hätten gefüllt werden können. Offenbar gibt es kaum etwas, was Zeitgenossen nicht im Wasser entsorgen. Technische Geräte wie eine Waschmaschine und ein alter Filmprojektor kamen ebenso zum Vorschein wie eine Sackkarre, ein ausgedienter Stockwagen, diverse Flaschen, Tonnen, rostiges Metall, Draht und ähnliches. Insbesondere in Brückennähe wurde viel gefunden: Baustellenabsperrungen, zwei Fahrräder, jede Menge Glasflaschen. Selbst eine Bank, bis auf die Füße in tadellosem Zustand, wurde geborgen.

Erste Etappe Leipzig – Hamburg bewältigt

Vereine setzen sich für Verbindung ein / Auf Kanal und Saale bis Halle

Eine Tüte voller Traubenzucker hatte Sabine Heymann vom Verein Wasser Stadt Leipzig mitgebracht. Die Energie konnten die 16 Paddler auch gebrauchen: Mit dem Schlauchboot machten sie sich gestern auf die erste Etappe der Tour Leipzig – Hamburg. Von Hafen Lindenau ging es über den Elster-Saale-Kanal nach Halle – und über Stock und Stein.

Das erste Hindernis tauchte nach einem Kilometer auf: die Lyoner Straße. Also anlegen, absitzen, Boot aufnehmen, die Straßenböschung rauf, über die Leitplanke wuchten, die Böschung wieder runter – alles in allem gut 300 Meter Packerei. Wer sein Boot liebt, der trägt. „Wir wollen mit der Tour erlebbar machen, was fehlt für die Strecke Leipzig – Hamburg“, so Heymann. Wie berichtet, hatte die Stadt mit dem Kauf der fehlenden Grundstücke die Weichen gestellt für einen möglichen Gewässeranschluss des Hafens.

Aber auch der Elster-Saale-Kanal, der mit dem Außenborder bewältigt wurde, hat seine Tücken. Nach gut 11 Kilometern hieß es hinter Günthersdorf aussteigen, Boot auf den Hänger des Begleitfahrzeuges laden.
Grund: Rund sieben Kilometer Kanal sind ab dort zwar vorbereitet, aber nicht geflutet, zudem fehlt eine Schleuse. Heymann: „ Eine Diplomarbeit beschäftigt sich zurzeit mit der günstigen Verbindung dort.“ Die Idee sei, vorhandene Fließgewässer für die Verbindung zur Saale zu nutzen.

Die Abenteurer gestern radelten rund zehn Kilometer zur Saale nach Kreypau. Einmal auf dem Fluss, ging es bis zum Abend mit dem Motor genüsslich die mehr als 25 Kilometer nach Halle, von dort per Rad zum Bahnhof und mit dem Zug zurück.

Für Steffen Heiber von der Wassersport- und Individualtouristik aus Grimma, die das Boot stellte, war die Tour ein Test. „Mal sehen, vielleicht bieten wir sie generell an“, sagte er. Gerd Thieleke vom Verein Citykids hat Leipzig/Halle im nächsten Jahr bereits einbeplant. Dann wollen auch der Verein Wasser Stadt Leipzig und der Lindenauer Stadtteilverein die Etappe noch mal angehen.

Wasserstadt- Verein baut neue Schute

Für Lastkahn wird origineller Name gesucht / Taufe ist am 25. Juni

Der Verein Wasserstadt Leipzig will am 25. Juni seine neue Schute taufen. Der für Rundfahrten vorgesehene Lastkahn entseht zurzeit in einer Werkstatt in der Emil-Fuchs-Straße. Neben Holzfachleuten, Bootsbauern und Vereinsmitgliedern sind auch Jugendliche der Augsburger Lehmbaugesellschaft beteiligt. Dabei wird gebaut wie früher. Was heißt, die Zwischenräume der Holzplanken werden mit Moos, Hanf oder Baumwolle abgedichtet, danach mit dünnen Holzleisten fixiert sowie mittels Metallkrampen oder Schiffstauen zusammengehalten.
Bereits zum Wasserfest 2002 führte so eine Schute die Bootsparade an. Kurz danach musste sie ihren Fahrbetrieb allerdings einstellen – der Kahn war undicht. Ein zweites Boot, das als Materialspender komplett entkernt wurde, sollte ebenfalls aufgemöbelt werden. „Das erwies sich jedoch als äußerst schwierig und sehr kostenintensiv“, so Frank Fechner vom Verein Wasserstadt. Im September 2004 klopften drei Enthusiasten beim Verein an, die eine neue Schuten bauen wollten und gleich Konstruktionszeichnungen, Bau- und Wartungspläne mitbrachten.

Schuten wurden früher übrigens auf flachen Gewässern für den Transport von Salz, Kohle, Getreide und Baustoffen eingesetzt, darunter auch beim Bau des Karl- Heine – Kanals. Heute dienen die Kähne vor allem touristischen Zwecken, der Verein Wasserstadt will künftig regelmäßig Rundfahrten auf Leipziger Gewässer anbieten. Bevor die neue Schute ins Wasser kann, braucht sie allerdings einen Namen. „Da sind wir auf die Ideen der Leipziger gespannt, die bis zum 20. Juni Vorschläge machen können“, so Frank Fechner.

Vorschläge können per Post an den Verein Wasserstadt Leipzig, 04229 Leipzig, Industriestraße 72 oder per E-Mail an mail@wasser-stadt-leipzig.de geschickt werden. Zur Taufe am 25. Juni wird auch eine Urenkelin Karl Heines erwartet.
Matthias Orbeck

Umgang mit Fördermitteln ist merkwürdig
Lindenauer Hafen


Zum Beitrag „Aus dem Stadtrat – Chance für Kanal – Durchstich bleibt“:

Da beschließt der Leipziger Stadtrat, rund 28 000 Quadratmeter brach liegendes Hafengelände zu kaufen. Es ist offenbar viel Geld in der Kasse, dass man sich ein Areal mit langfristigem Entwicklungspotenzial für Wohnen, Erholung und gewerbliche Nutzung zulegt. Der Bedarf kann ja später einmal festgestellt werden. Oder brauchen wir dringend neue Siedlungsgebiete? Dass der Freistaat Sachsen jetzt auf einmal so großzügig mit Fördermitteln umgeht, ist ebenso merkwürdig. Offenbar hat sich der Bundesrechnungshof noch nicht bis nach Sachsen durchgearbeitet.
 

53. Gewässerstammtisch am 29.09.2010 um 19 Uhr



Wir machen Sommerpause! Der nächste Gewässerstammtisch ist im September mit dem Thema: "Nürnberg: Entdeckung der Pegnitz".

Beschluss zur 2. Rahmenvorlage Lindenauer Hafen



Am 16.06.2010 hat der Leipziger Stadtrat nach intensiver Diskussion und mit klaren Forderungen an die Wirtschaftlichkeit der Baumaßnahmen und des Gesamtprojektes dem überarbeiteten Konzept der Entwicklung des Lindenauer Hafens zu. Nun bleibt zu hoffen, dass Fördermittel, Stadthaushalt und Kaufinteressierte das Projekt weiterhin ermöglichen.

Saale-Elster-Kanal Förderverein e.V.



Auch von Sachsen-Anhalt aus wird im Geiste an der Realisierung unserer Vision von der Anbindung an das Bundeswassernetz und an die Nordsee mit gegraben: Impressionen 
Film zur Schleusenkammer  Suchwort: Saale-Elster-Kanal

Falkirk Wheel - So könnte auch die Anbindung das Kanals an die Saale aussehen!

Falkirk Wheel - So könnte auch die Anbindung das Kanals an die Saale aussehen!

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