LVZ Thomas Müller 20. Mai 2005
Aus dem Stadtrat: Chance für Karl – Heine – Kanal – Durchstich in Lindenau bleibt
Die Verwaltung bemüht sich um den Ankauf von Grundstücken am Lindenauer Hafen. Mit knapper Mehrheit hat das der Stadtrat beschlossen. Leipzig erhält sich damit die Möglichkeit für einen Kanaldurchstich, der im Zusammenhang mit der Olympiabewerbung geplant hat.
Gekauft werden soll „zu einem angemessenen Preis“, Mit dieser Formulierung im Beschluss reagiert die Rathausspitze auf Kritik aus CDU und PDS. In den Fraktionen war im Vorfeld kritisiert worden, die Stadt könne sich solche Vorratskäufe nicht leisten (die LVZ berichtete). Wenn sie es doch tue, solle sie zumindest keinen Finanzrahmen vorgeben, will sonst dem potentiellen Verkäufer signalisiert werde, was er erwarten kann. Beigeordneter Engelbert Lüdke Dalprup erklärte deshalb im Stadtrat noch einmal, man werde „ nicht um jeden Preis“ kaufen. Dennoch hatte er Mühe, sein Vorschlag durchzusetzen: 32 Ja- Stimmen, 27 Nein, 7 Enthaltungen – so das Ergebnis. Unter Nutzung von Fördermitteln sollen in dem brach liegenden Hafengelände rund 28 000 Quadratmeter Fläche von der insolventen AWUS Fortbildungszentrum GmbH und der Bahn AG gekauft werden. Zusammen mit eigenen Grundstücken verfügt die Stadt dann über ein Areal mit langfristigem Entwicklungspotenzial für Wohnen, Erholung und gewerbliche Nutzung, argumentiert Lüdke Dalprup. Alsbald die Verbindung zwischen Hafenbecken und Karl – Heine –Kanal durchzustechen sei nicht vorgesehen, betont er. Aber die Möglichkeit bleibe erhalten.
Vor der Abstimmung über den Ankauf waren die Sanierungsziele für das Hafengebiet neu gefasst worden – mit deutlich größerer Mehrheit. Dies galt als Voraussetzung, um noch mit einem Teil der Fördermittel des Freistaates rechnen zu können, die einst für ein olympisches Dorf am Hafen avisiert gewesen waren.