Ortsblatt Frank Willberg
Historische Holzschute für Wasser – Stadt – Verein
Sie haben das Wasserfest erfunden. Im Mai 2004 konnten sie ihr schmuckes Vereinshaus im Plagwitzer Stadtteilpark beziehen. Aber ein eigenes Boot für den Verein Wasser – Stadt – Leipzig war lange nicht in Sicht. Zur Bootsparade musste sogar in schwimmbarer Untersatz geborgt werden. Die Zeit des Wartens hat nun bald ein Ende. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der historische Nachbau einer Holzschute Ende Juni feierlich getauft und zu Wasser gelassen werden. Auch es war ein steiniger Weg bis zum eigenen Vereinsboot. Und Jeannette Auspurg will das Schicksal nicht beschwören – musste doch der ursprüngliche Termin bereits verschoben werden.
Zuerst erwarb der Verein zwei für die bayrische Gartenbauausstellung 1996 nachgebaute Schuten. Die Originale sind Vereinsrecherchen zufolge im 14. Jahrhundert als Salzkähne auf der Salzlach genutzt worden. „ Diese Bootstypen heißen überall anders“, erläutert Jeannette Auspurg. Schute ist der norddeutsche Begriff. Aber alle sind sie für flache Gewässer gebaut, haben ca. 30 Zentimeter Tiefgang und meist eine stumpfe Spitze. Als offene, antriebslose Lastkähne müssen sie gestakt oder getreidelt werden. Aus der Not entstand die Idee, im Leipziger Land eine historische Holzschute von der Pike aus selbst zu bauen. Es begann die Baumsuche für zwölf Meter lange Planken. Im Forst Taura wurde eine riesige, gerade gewachsene und über 100 Jahre alte Kiefer auserwählt und noch in der kalten Jahreszeit bei Neumond geschlagen – dann ist weniger Feuchte im Holz. Aber im Sägewerk Ehring in Luppa, bei Oschatz ging prompt die zehn Meter lange Vorrichtung entzwei – Platzverzögerung.
„Jetzt ist das Holz durch die Säge“. In der Knautkleeberger Werkstatt der Augsburger Lehmbaugesellschaft wird bereits der Rumpf gezimmert – trationell ohne Nägeln und Klammern. Auch das Schiffswerg zum Dichten ist Pflanzenfaser wie zu Ur-Omas Zeiten. Schließlich muss die Schute noch drei Wochen zum Quellen gewässert werden. Drei Leipziger- eigentlich eher Holzdesigner und Modellbauer- haben den Bauauftrag übernommen. „Holz und Boot“ heißt ihre Firma, mit der sie die Geschichte neu beleben.
Im Sommer und zum nächsten Wasserfest hat die Leipziger Bootsflote ein neues Flagschiff.“ Wir wollen damit Bootstouren machen, ein „ schwimmendes Klassenzimmer ein- und Vereinsfeiern ausrichten“, freut sich Jeannette Auspurg.
Thema Wasser auf einen Blick
Plattform www.wasser-in-leipzig.de ist gestartet
Wer sich über das Thema Wasser in Leipzig informieren möchte, muss nicht mehr lange im Internet surfen.
Ab sofort sind unter der Adresse www.wasser-in-leipzig.de Informationen rund um das kühle Nass auf einem Klick erreichbar: Aktuelles zu den Bauobjekten, Fakten zum Hochwasserschutz, Impressionen aus der faszinierenden Wasserlandschaft in der Region sowie Tipps für Naturfreunde und Touristen. Zahlreiche Links führen zu weiteren Inhalten, so dass ein tieferer Einstieg in die Thematik möglich ist.
Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Leipzig, der Stiftung „Bürger für Leipzig“ und von Getränke Staude.
Offizieller Träger der Internetplattform ist die Stiftung „Bürger für Leipzig“. Sie wirkt zugleich als Dach für die verschiedenen Vereine und Initiativen im Bereich Wasser, wie der Wasser-Stadt-Leipzig e.V. oder Neue Ufer e.V. „Als Stiftung beschäftigen wir uns schon länger mit dem Thema und sehen hier die Möglichkeit, im Internet das vielfältige Bürgerengagement für Flüsse und Seen in unserer Region darzustellen“, hab Stiftungsvorstand Ralf Elsässer vor. Die Internetplattform soll regelmäßig aktuelle Wasser-Themen widerspiegeln und später um zusätzliche Angebote verweitert werden.