LVZ Jörgter Vehn 24. Januar 2006
Zank um Hafenbereich führt zum Aus der Pläne für eine gemeinsame Entwicklung der Gewässer
Markkleeberg sagt Nein – kein Verband für Südraum – Seen in Sicht
Eine gemeinsame Entwicklung der Südraum – Seen ist in weite Ferne gerückt. Der Stadtrat von Der Stadtrat von Markkleeberg hat jetzt mit großer Mehrheit den Beitritt zum Zweckverband Planung und Erschließung Neue Harth abgelehnt. Dreh- und Angelpunkt sind dabei die Flächen, deren Entwicklung die Kommunen an den gemeinsamen Verband abgibt. Über den Verband hatten Leipzig, Zwenkau, Markkleeberg und Großpösna zusammenfinden und ihre Planungen an den Gewässern in eine Hand abgeben wollen.
Markkleebergs Oberbürgermeister Bernd Klose bedauerte den Ausgang. „Aber wie die Bedingungen waren, musst es so kommen“, sagte er. Auf Drängen Leipzigs haben sich Markkleeberg bereit erklärt, den Hafenbereich Zöbiger in das gemeinsame Planungsgebiet hineinzunehmen. „Aber Zwenkau war nicht bereit, seinen Hafen hereinzugeben“, so Klose. Alle Bemühungen um einen Kompromiss hätten nicht gefruchtet, „Bürgermeister Herbert Ehme hat sich nicht bewegt, keinen Vorschlag gemacht.“ Um keine Konkurrenz aufkommen zu lassen im Verbandsgebiet, sei es wichtig, entweder alle Häfen im Gebiet zu haben – oder eben keinen.
Insgesamt sie das Misstrauen in seinem Stadtrat gegenüber den Plänen Zwenkaus einfach zu groß, erläuterte Klose den Hintergrund des Scheiterns. „Zu einem gemeinsamen Zweckverband gehört aber ein großes Maß an Vertrauen“, so Klose.
„ Es wäre sicher sinnvoller, wenn Markkleeberg Mitglied im Verband wurde. Aber wenn das Vertrauen nicht da ist, kann ich es auch nicht ändern“, kommentierte Ehme die Entscheidung der Nachbarstadt. Zwenkaus Hafen sei Bestandteil eines 30 Hektar umfassenden Bebauungsplanes (B – Plan).
Die Flächen am Wasser jetzt aus dem laufenden Verfahren herauszulösen und über den Verband weiterzuentwickeln mache wenig Sinn und verzögerte die Arbeiten nur unnötig, so Ehme. „Wenn der B – Plan rechtkräftig ist, können wir aber die ans Wasser gebundenen Flächen einbringen“, schlug er vor. Eine solche Formulierung steht allerdings nicht im aktuellen Vertragsentwurf für die Verbandsumbildung. Verbandsgeschäftsführer Dietmar Bez bedauerte das Scheitern der Verhandlungen. Er habe Ehme vorgeschlagen, das Sondernutzungsgebiet Hafen in den Verband hineinzunehmen und vorgehabt, den Vertrag in den nächsten Wochen entsprechend zu überarbeiten. Die Kooperation Leipzig mit den Kommunalen im Südraum sei wichtig, schließlich sie das Neuseenland das Naherholungsgebiet der Stadt. „Ich hoffe daher, dass wir das Thema nochmals aufgreifen, wenn die Besetzung unserer Verwaltungsspitze geklärt ist“, so Bez. Baubeigeordneter Engelbert Lüdke Daldrup hatte sich im vergangenen Jahr für den Viererbund stark gemacht und die Bürgermeister an einen Tisch geholt. Lüdke Daldrup war im Verband Neue Harth, mit dem Leipzig und Zwenkau bislang vor allem das Gebiet um den Vergnügungspark Belantis beplant hatten, auch Stellvertreter des Vorsitzenden Herbert Ehme. Inzwischen sitz Lüdke Daldrup wie sein früherer Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee in Berlin.
Zwischen Markkleeberg und Großpösna scheint sich nun eine weitere kleine Verbands – Lösung anzubahnen. „Ich bin vom Stadtrat beauftragt, Verhandlungen mit Großpösna aufzunehmen“, so Klose.
Die dortige Bürgermeisterin Gabriela Lantusch macht keinen Hehl daraus, dass ihr ein großer Verband besser gefallen würde. „ Wir müssen uns regional zusammenschließen. Der Verband wäre die optimale Form der Kommunikation gewesen“, findet sie. Mit Markkleeberg gebe es natürlich viele gemeinsame Aufgaben, darüber werde im Februar nun der Gemeinderat reden.